Gegen das Unternehmen “DoNotPay” wurde kürzlich eine Sammelklage eingereicht, weil es künstliche Intelligenz (KI) zur Erbringung von Rechtsdienstleistungen einsetzt, obwohl es keine offizielle Lizenz zur Rechtsberatung besitzt.

Der CEO von DoNotPay, Joshua Browder, kündigte kurz darauf an, die Klage anfechten zu wollen, da sie seiner Meinung nach nicht gerechtfertigt sei. Sein Unternehmen bezeichnet sich selbst als “die erste Roboterkanzlei der Welt” und wird nun beschuldigt, ohne Lizenz Rechtsberatung anzubieten. Die erwähnte Sammelklage wurde bereits Anfang März von der in Chicago ansässigen Anwaltskanzlei Edelson eingereicht und am Donnerstag auf der Website des Superior Court of the State of California for the County of San Francisco veröffentlicht.

 

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Grafik: Midjourney CC BY-NC 4.0

In der Klageschrift heißt es: “Leider ist DoNotPay weder ein Roboter, noch eine Kanzlei, noch ein Anwalt. DoNotPay hat keinen juristischen Abschluss, ist in keiner Gerichtsbarkeit zugelassen und wird von keinem Anwalt beaufsichtigt”.

Die Klage wurde im Namen von Jonathan Faridian eingereicht, der behauptete, DoNotPay verwendet zu haben, um verschiedene Rechtsdokumente wie Mahnschreiben, Klagen vor dem Small Claims Court und Klagen wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz zu erstellen. In der Klageschrift heißt es, dass Faridian davon ausging, juristische Dienstleistungen oder Dokumente “von einem kompetenten Anwalt” erworben zu haben, die jedoch nur zu “unzureichenden Ergebnissen” geführt hätten.

“Immer gewinnen nur die Anwälte. Deshalb wollte ich etwas dagegen tun und habe den DoNotPay-Roboteranwalt entwickelt, um Verbrauchern die Chance zu geben, auch alleine gegen Unternehmen oder Kanzleien vorzugehen.”

DoNotPay nutzt nach eigenen Angaben künstliche Intelligenz, um Mandanten bei einer Vielzahl von Rechtsdienstleistungen zu unterstützen, ohne dass diese einen “echten” Anwalt beauftragen und bezahlen müssen. DoNotPay wurde 2015 als App gegründet, um Kunden beim Kampf gegen Bußgeldbescheide zu unterstützen, hat seine Dienstleistungen aber seitdem erweitert. Auf der Website von DoNotPay heißt es, das Unternehmen könne Kunden dabei helfen, gegen Unternehmen vorzugehen, die Bürokratie zu überwinden, das Geld zu finden, das den Klägern zusteht, und “jeden zu verklagen”.

Auf Anfrage erklärte DoNotPay: “DoNotPay weist die falschen Anschuldigungen respektvoll zurück” und fügte hinzu: “Wir werden uns energisch verteidigen”. Die erhobenen Vorwürfe seien “unbegründet”. Man werde sich auch von Amerikas reichstem Sammelklageanwalt – eine Anspielung auf den Gründer der Kanzlei Edelson, Jay Edelson – nicht einschüchtern lassen. Denn es sei immer die Idee von DoNotPay gewesen, Anwälten wie ihm die Stirn zu bieten.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht und ob Joshua Browder mit seiner KI die Sammelklage erfolgreich abwehren kann.

 

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